So,
wir sind ganz im Norden angekommen. Wir sitzten grad in Chihuahua im Internetcafe. Was man ueber diese Stadt sagen kann ist: sie ist haesslich. Ganz ehrlich ich war noch nie in so einer greisligen Stadt. Es sieht so aus als waere alles Industriegebiet. Es gibt breite Strassen, ganz viele Fastfoodketten und im Stadtpark gibt es einen heruntergekommenen Leuchtturm (wir sind hier in der Wueste!) und noch Platz fuer eine Tischtennisplatte. Dazu gibt eine nette Prise kalte Luft. Normalerweise in einer neuen Stadt angekommen, flanieren wir durch die schoenen Gassen oder sitzen auf schoenen Plaetzen. Hier waren wir schon im Einkaufszentrum im Starbucks und sitzen in kleinen Internetcafes. Naja dafuer haben wir davor Lustiges erlebt. Tatsaechlich haben wir uns schoene Treter gekauft in Leon und sind danach weiter nach Zacatecas gefahren. Das ist eine Stadt mitten in der Sierra Madre. Unser Hostel hatte die Dachterasse so ausgerichtet, dass man den direkten Blick auf die Katedrale und den Hauptplatz hatte. Dort gabs immer gutes Fruehstueck und Abends mit lustigen Leuten gutes Bier. Da gab es den Greg, einen Ami der mit seinem T2 Bus durch Mittelamerika tingelt und dabei Landkarten verhoekert. Den Jeremy, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch die ganze Welt zu trampen. Der will sogar mit Schiffen trampen, bevor er in ein Flugzeug steigt. Und den Don, ein amerikanischer Rentner, der immer ne gute Zigarre im Mund hatte und sich gern mit seinem Wohnmobil und Backpakern in Mexiko vergnuegt. Weil Zacatecas eine alte Minenstadt ist und jetzt auch viele Touristen kommen, haben sich die Minenarbeiter gedacht, dass sie eigentlich lieber Barkeeper waeren. So wurde das la Mina gegruendet - ein Club in einem alten Mienenstollen. Die Akustik ist grandios, das Ambiente gemuetlich und die Frauen wirklich schoen. Sogar der Alkohol ist billig. Von fast jedem Backpacker den wir trafen, hoerten wir Legenden vom la Mina.
Wir waren nicht da. Sind lieber ins Bett. Der Brettspielabend davor war einfach zu lange.
Dafuer haben wirs dann wieder in Real de Catorce krachen lassen. Dieses Dorf ist wirklich abgelegen. Um hinzukommen, muss man die Wueste und die Berge durchqueren. Die Wueste mit 2 Bussen und auf den Berg fahren nur alte 4WD Jeeps, die sich die steilen Abgruende hochschlaengeln. Aber das Gute daran ist, man sitzt auf dem Dach, da der Fahrer beweist es passen schon 20 Leute in den Jeep. Auf der engen Strasse kommen uns prall gefuellte Jeeps mit vor Vorfreude hechelnder Touristen entgegen. Meist muss man auf die Seite der Klippe ausweichen. Dort oben angekommen sollte sich eigentlich das Bild einer Geisterstadt zeigen, die mal 40.000 Einwohner hatte (18/19 Jhd) jetzt aber nur noch 1500. Bei unserer Ankunft waren die 40.000 wieder da. Es war langes Wochenende in Mexiko. Was zieht alle Menschen dorthin? Ein Blick in den Reisefuehrer erleuchtet die Szenerie. Es gibt dort einen Kaktus, der die Indianer mit Gott sprechen laesst, sofern man ihn vorher gegessen hat. Der Kaktus waechst in der Wueste und nennt sich selbst Peyotee. Er ist sogar voellig umsonst, da er ja in der Wueste waechst. Es soll irre Spass machen, in der Natur zu sitzen, gemeinsam zu lachen vielleicht ein froehliches Lied zu traellern und dann irgendwann mit Gott zu ein wenig zu plaudern. Wir haben soviel Gutes darueber gehoert. Und es gibt quasi-organisierte Trips vom Dorf in die Umgebung..
Das haben wir natuerlich auch nicht gemacht. Wir sind lieber auf 3000 Metern Hoehe ein wenig durch die Gegend gestiefelt und haben uns mexikanische Gedichte vorgelesen. Auch der alte Franzose charles war mit von der lustigen Wanderpartie. Das war sehr schoen und ereignisreich.
Danach gings dann in den chilligen 14 Stunden Bus in diesen Vorort der Hoelle. Aber wir erwarten uns viel vom Abend wenn unser Couchsurfer Coco auftaucht.
Bis dann
Domi
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